Probleme beim Energiesparen: Alternative Abhängigkeiten

Sehr viele Maßnahmen zum Energiesparen laufen nach dem selben Prinzip: Man versucht etwas Kostspieliges durch etwas weniger Kostspieligeres zu ersetzen. Diese Strategie, die auf den ersten Blick vielversprechend erscheint, hat jedoch ihre Tücken. Der Preis eines Gutes unterliegt immer Preisschwankungen. Diese Preisschwankungen sind das Ergebnis von einem schwankendem Angebot sowie einer schwankenden Nachfrage.



Es kann hier passieren, vorausgesetzt, es ändert sich die jeweilige Nachfrage und das jeweilige Angebot, dass das billigere Produkt dann zum teuren Produkt wird. Genauso kann ein heute teures Produkt durch Änderungen beim Angebot und bei der Nachfrage wieder günstiger werden.
Ein Beispiel für diese Entwicklung könnte eines Tages der Rohölpreis sein, der momentan nur eine Richtung kennt, und zwar nach oben. Dies bildet einen starken Anreiz für Autofahrer nach alternativen Antriebsstoffen für das Auto zu suchen. Hier erscheinen vor allem Gas- und Elektroautos als langfristige Alternativen. Wer bereits heute über ein Gasauto verfügt, der zahlt an der Tankstelle deutlich weniger als jemand mit einem Benzin- oder Dieselauto. Sollte es hier aber in Zukunft so sein, dass es immer mehr Gas- und Elektroautos und immer weniger Benzin- und Dieselautos auf den hiesigen Straßen gibt, dann werden die Preise für Gas und Strom an der Tankstelle in die Höhe schellen. Der Preis für Benzin und Diesel könnte im Gegenzug sinken. Diese Entwicklung hätte zur Folge, dass sich mit Gas- und Elektroautos kein wirkliches Geld mehr sparen lässt. Die Investition in diese Autotypen könnte sich dann als Bumerang erweisen.

Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass alternative Energien in Deutschland nur begrenzt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegen, sondern von staatlicher Seite auf extreme Weise künstlich subventioniert werden. Dies kann man sofort erkennen, wenn man die Höhe der Besteuerung auf Benzin und Diesel mit derjenigen auf Gas an der Tankstelle vergleicht. Für die Verbraucher kann dann schnell der Eindruck entstehen, dass Gas prinzipiell billiger als Öl sei. Sollte es aber in Zukunft so sein, dass es immer mehr Gasautos gibt, dann wird aller Wahrscheinlichkeit nach sich die Besteuerung über Nacht sehr schnell verändern. Es ist nämlich so, dass der Staat auf die enormen Einnahmen über die Besteuerung von Diesel und Benzin kaum verzichten wird.

Bedenkt man diese Aspekte, so kann es sehr schnell passieren, dass sich die vermeintlichen billigeren Energiestoffe als die teuren herausstellen. Wenn dieses Szenario eintritt, dann haben sich die getätigten Einspar- und Geldsparbemühungen nicht rentiert.



Bild oben ©Paul Fleet-www.fotolia.de

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